Wenn nach der fachärztlichen und neuropsychologischen Diagnostik noch Fragen offen sind, kann eine biomarkerbasierte Zusatzdiagnostik sinnvoll sein. Sie wird vor allem eingesetzt, wenn genauer geklärt werden soll, ob Beschwerden durch eine Alzheimer-Krankheit verursacht sein könnten.
Biomarker sind messbare Hinweise im Körper. Bei der Alzheimer-Diagnostik können bestimmte Eiweiße untersucht werden, die mit typischen Veränderungen im Gehirn zusammenhängen. Dazu gehören zum Beispiel Amyloid- und Tau-Proteine. Diese Werte können helfen, den Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung besser einzuordnen.
Eine wichtige Form der biomarkerbasierten Diagnostik ist die Liquordiagnostik. Dabei wird Nervenwasser, auch Liquor genannt, untersucht. Dafür ist eine Lumbalpunktion notwendig. Das bedeutet, dass mit einer dünnen Nadel im unteren Rückenbereich eine kleine Menge Nervenwasser entnommen wird. Die Ärztin oder der Arzt erklärt vorher genau, warum die Untersuchung empfohlen wird, wie sie abläuft und welche möglichen Risiken bestehen.
Blutbasierte Biomarker werden wissenschaftlich intensiv weiterentwickelt. Sie können in Zukunft eine größere Rolle spielen. Für die sichere Diagnosestellung ersetzen sie derzeit aber in der Regel nicht die fachärztliche Bewertung und etablierte Untersuchungsverfahren. Die Entscheidung, ob eine Biomarkerdiagnostik sinnvoll ist, sollte deshalb immer gemeinsam mit spezialisierten Ärztinnen und Ärzten getroffen werden.
Die biomarkerbasierte Zusatzdiagnostik ist kein erster Schritt der Abklärung. Sie ergänzt den Alzheimer-Diagnostik-Pfad, wenn vorherige Untersuchungen einen entsprechenden Verdacht ergeben haben oder wenn eine genauere ätiologische Einordnung notwendig ist. Ziel ist es, mehr Sicherheit zu gewinnen und die nächsten Schritte gut planen zu können.
Die S3-Leitlinie Demenzen beschreibt die Blut- und Liquordiagnostik sowie Liquorbiomarker als Bestandteile der weiterführenden Diagnostik bei Alzheimer-Krankheit und bei bestimmten differenzialdiagnostischen Fragestellungen.
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